Fashion is everywhere

Fashion Puppe

Neopren

“Dein Pullover hat ja Kiemen!” Und wo, wenn nicht am Hafen in Hamburg, am Dockland, kann man einen Neopren Pullover besser in Szene setzen?  

Neopren

Reboot & Ende

Ich mochte die Frage “Wo siehst du dich in 5, 10 und 20 Jahren?” nie. Ich fand diese Frage immer total doof, denn man stelle sich nur die Enttäuschung vor, wenn Pläne und Vorstellungen nicht umgesetzt werden konnten, aus welchen Gründen auch immer. Diese Pläne, die man ja dann geschmiedet oder sich in den Kopf gesetzt hat, will man auch umgesetzt sehen. Und immer wieder meldet sich dieser Aufsatz, den man in der 10. Klasse schrieb, aus der hintersten Ecke im Gedächtnis und klopft an “Na? Haste schon eines deiner Ziele erreicht?”. Das Leben ist keine Einspurige Landstraße ohne Abfahrt. Das Leben ist eine mehrspurige Autobahn mit jeder Menge Auffahrten, Abfahrten, Kreisverkehren und auch Standstreifen, Rastplätzen, Gasthöfen und auch der einen oder anderen Panne. Hin und wieder nimmt man jemanden per Anhalter mit, setzt ihn irgendwo wieder ab oder behält einen oder mehrere feste Beifahrer und Weggefährten. Ich blogge seit 2007. Angefangen als Hobby, aus einer Laune heraus und Spaß am Unfug treiben im Internet. Seit 2011 mache ich diesen “Unfug” hauptberuflich und zwischenzeitlich ist der Blog umgezogen, hatte mal Contributor, machte Pausen, stellte sich selbst auf den Kopf, erfand sich neu und wurde mit euch Lesern und mir älter, einige waren mit mir schwanger und verfolgen nun, wie ich meine eigene kleine Familie zusammenhalte. Es gibt einige treue Leserinnen und Leser, die sind seit meinen ersten Postings mit Fotos geblitzt in den Spiegel in meinem Dachgeschosszimmer im Haus meiner Eltern dabei, andere erst, als ich in den Besitz einer Spiegelreflex Kamera und eines Stativs mit Fernauslöser kam. Wiederum andere klickten weg, kamen wieder, klickten weg und sind jetzt wieder da. Wenn ich diese 8 Jahre zurück denke, hätte ich nie im Leben gedacht, dass ich nach kurzer Zeit, nachdem ich die allerersten Zeilen ins Netz stellte, im Flieger nach Paris sitze und an meinem ersten Bloggerevent teilnehme. Oder sogar 3 Jahre später auf einem Event meinen zukünftigen Mann und Vater meiner Tochter kennen lerne. Sowas kann man nicht in einem Aufsatz über seine Zukunft planen. Auch hätte ich nie gedacht, aus der Leidenschaft zu Schreiben und dem Krams aus meinem Leben, den ich ins Internet stelle, einen Beruf zu machen, Unternehmen zu beraten oder mir spannende Projekte auszudenken, diese umzusetzen und coolen Krams zu machen. Früher dachte ich, ich werde vielleicht Musiklehrerin. Später wollte ich dann irgendwas mit Werbung machen oder Journalistin werden. “Kind, lern was Vernünftiges!”, hieß es immer. Bis heute haben meine Eltern nicht so ganz verstanden, was ich eigentlich jetzt genau arbeite. Ich auch nicht. Mein Arbeitstag ist ja auch immer irgendwie anders! 8 Jahre gibt es nun diesen Blog, der mein Baby, meine permanente Baustelle und mein Job ist, dem ich einiges zu verdanken habe, wie zum Beispiel euch Leser, und durch den ich einen schönen Rückblick über die vergangenen Jahre habe. Und obwohl ich die Frage “Wo siehst du dich in 5, 10, 20 Jahren?” nicht mag, stellte ich sie mir Anfang des Jahres trotzdem. Warum? Vielleicht, weil ich durch Babyfrost mehr und mehr über die Zukunft nachdenke. Vielleicht auch einfach, weil ich spüre, dass es Zeit für eine Veränderung ist. Für eine Weiterentwicklung. Oder weil das eigentlich schon geschehen ist und ich mein Umfeld anpassen muss. Die Kernfrage, die ich mir in letzter Zeit stellte, war “Bin ich eigentlich noch Fashionpuppe? Oder bin ich ihr längst entwachsen?“. Und irgendwie bin ich das. Selbst auferlegte Regeln, die es für die Welt von Fashionpuppe gab, hinderten mich daran, bestimmte Themen, die ich gerne verarbeitet hätte, zu bloggen. “Du hast dir selbst Steine in den Weg gelegt, wie albern!”, könntet ihr jetzt sagen. Es fühlte sich teilweise aber einfach nicht richtig an, eben diese Regeln zu brechen. Was also tun? Ich habe die Regeln auf meinem eigenen Spielplatz aufgestellt, ich darf sie jederzeit brechen, umstellen, über den Haufen werfen. Ich bin die, die den Ball mitgebracht hat und wenn ich heim gehe, nehme ich den Ball auch wieder mit. Die älteste Regel in der Hood. Es stellt sich die Frage, ob es denn generell das Umfeld von Fashionpuppe ist, auf dem ich die nächsten Jahre weiter spielen will. Auch, wenn der Name schon immer ironisch war, ist die Frage, ob ich dem ganzen nicht schon länger entwachsen bin. Redesigns, neue Kategorien – das hatte ich schon. Es fühlt sich mehr und mehr so an, als ob ein kompletter Reboot nötig wäre. Und wenn ich mir diesen Gedanken länger auf der Zunge zergehen lasse, dann fühlt sich genau dieser Gedanke sehr gut an. Wie ein reinigendes Gewitter, der Frühjahrsputz in der Wohnung oder eine Renovierung. Oder sogar Kernsanierung. Fashionpuppe ist ein Stück erwachsener geworden, da hat auch die kleine, feine Krummelus Pille nichts gebracht. Vielleicht musste das sein, vielleicht war es klar, dass es früher oder später eine Weiterentwicklung geben muss. Länger auf einer Stelle treten war nie mein Ding. Meine Interessen haben sich leicht verschoben, der Fokus lag schon lange nicht mehr nur auf Mode, weswegen sich Fashionpuppe mittlerweile nicht mehr ganz richtig anfühlt. Nicht alles, was mich seit einiger Zeit bewegt, findet auch seinen Platz auf Fashionpuppe.com . Nicht mehr. Der Schuh passt nämlich irgendwie nicht mehr. Aber was fühlt sich sich richtig an? Was sind meine Interessen? Schaue ich mein eigenes Blogleseverhalten an, dann suche ich nicht mehr nur nach schnellen Outfits, sondern nach etwas Handfestem, einer Meinung, einer Kritik, ich suche Mehrwert, Erfahrungen, Geschichten und Leidenschaft für ein Thema und das Gefühl, dass der/die […]

Reboot & Ende